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Jugendkriminalität: Massnahmen gefordert!

Vorgestern veröffentlichte die Zürcher Kripo ihre neuste Kriminalitätsstatistik. Zu reden gibt vor allem die Jugendkriminalität – insbesondere von ausländischen Jugendlichen. Und natürlich werden nun Massnahmen gefordert. Doch für einmal kommen die Vorschläge nicht von Seiten der Politik, sondern gleich vom Kapo-Chef Herren persönlich. Seine Aussagen sind allerdings SVP-tauglich. Ausschaffen soll man diese Straffälligen laut Herren - wenn’s sein muss samt Familie.
Ob es die Aufgabe des Kapo-Chefs ist, politische Massnahmen vorzuschlagen, sei hier mal dahingestellt. Unakzeptabel ist jedoch der Inhalt seiner Aussagen. Ganz nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“ will er die Probleme – anstatt sie zu lösen – einfach aus seiner Zuständigkeit „verbannen“.

Dass die steigende Jugendkriminalität ein erschreckendes Phänomen ist, darüber sind sich wohl alle einig. In der Frage, wie man diesem Problem begegnen muss, gehen die Meinungen jedoch auseinander. Wahrscheinlich gibt es dafür keine einfache, schnelle Lösung. Ich bin mir aber sicher, dass die Jugendlichen als eigenständige Personen wahrgenommen werden müssen. Dies gilt sowohl für die Schule, wo es wichtig ist, dass man nebst Wissen auch soziale Kompetenzen vermittelt bekommt, was nur möglich ist, wenn die Klassengrössen überschaubar sind und die Schülerinnen und Schüler lernen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Doch auch die Eltern sind gefordert: Sie müssen sich Zeit nehmen für ihre Kinder und sich ernsthaft mit deren Alltagssorgen auseinandersetzen.

Es handelt sich hier also meines Erachtens um ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft, dem man auf den Grund gehen sollte. Und diejenigen, die jetzt „drastische Massnahmen“ fordern, sollten sich vielleicht mal überlegen, ob sie mit ihrer Politik nicht einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass die Situation heute so ist, wie sie ist.

Kommentare (19)  Permalink

Kommentare

Spahni @ 27.03.2007 12:23 CEST
Massnahmen zu fordern ist einfach, das kann ich auch! Aber was schlagen Sie denn nun konkret vor?

In der alten Eidgenossenschaft wurden Übeltäter für eine bestimmte Zeit oder für immer verbannt! Was war daran schlecht?

Wir sollten aufhören mit der stetigen Toleranz Duldung und Anpassung und endlich wieder mal richtig durchgreifen und Ordnung schaffen.

mfg. W.Spahni
Johannes Fischer @ 18.08.2007 22:44 CEST
Nicht "Ausschaffen", aber "Kinder hinter Schloss und Riegel" - darüber läuft zurzeit (fast) am anderen Ende der europäischen Welt, nämlich in Sachsen, eine interessante Debatte. Interessantes Argument pro vorübergehendes Wegschließen besonders problematischer Kinder: "Wenn wir den Kindern helfen wollen, müssen sie DA sein."

Auszüge aus der Debatte und ein Interview mit einem Heinkind auf

www.fischer-report.de
Jasmin Amsler @ 04.02.2008 14:40 CEST
Nei, Kinder hinter Schloss und Riegel zu setzen, das bring nichts, weil sie haben das ganze Leben noch vor sich und so können sie keine Lehrstelle mehr finden und der Staat müsste so viel Geld bezahlen wenn sie hinter Schloss und Riegel sich befinden...
ich schreibe eine vertiefungsarbeit über die Jugendkriminalität und habe in Net viele verschiedene Massnahmen schon gefunden, was man alles machen kann...
Doch das ist keine gute Lösung.
M. Burger @ 07.10.2008 15:10 CEST
Wer, wenn nicht der Kapo-Chef selbst könnte die Lage besser überblicken und verhältnismässige und wirkungsvolle Massnahmen fordern? Na und, dann sind diese halt nach "SVP-Manier" - ist eigentlich alles automatisch schlecht, was von der SVP kommt? Definieren Sie Ihre eigene Position denn nur darüber, ja nicht der gleichen Meinung wie die SVP zu sein? Wie wäre es mal mit konstruktiver Politik - Sie selber können ja auch keine Vorschläge oder Massnahmen nennen...Nein,sie fordern, "man sollte dem Problem auf den Grund gehen." Nur dadurch ändert sich leider rein gar nichts! Besser drastische Massnahmen als gar keine Massnahmen, oder? Oder was hat sich seit den eineinhalb Jahren getan...
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MHunter @ 19.07.2010 09:26 CEST
Es ist immer so! Stattdessen finden die Wege zur Lösung des Problems in einigen menschlichen Weg, um Kräfte, die werden es sogar noch schlimmer ...
yumi sapphire dress @ 02.09.2010 21:57 CEST
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fasdf @ 08.10.2010 11:08 CEST
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